Donnerstag, 10. November 2011


Ich versuche momentan zu leben, das glaube ich zumindest.
Dabei geht es mir psychisch und physisch immer schlechter. Ich habe das Gefühl zu versagen, jeden Moment 
zusammenzubrechen, einen Heulkrampf zu kriegen. Mir ist ständig kalt, ziehe mehrere Strumpfhosen übereinander, habe das Gefühl umzukippen, und das Bedürfnis tiefer zu schneiden.

Ich kann nicht mehr. Aber ich versuche es. Für die Menschen, die mir wichtig sind
Deshalb möchte ich einer ganz besonderen Person danken.
Sie gibt mir unglaublich viel Kraft, auch wenn sie es nicht weiß. 
In letzter Zeit versuche ich mich immer mehr zu verkriechen. Doch sie holt mich immer meinem Zufluchtsort heraus. In Erdkunde hat sie für mich das Bild mit den zwei Bananen gezeichnet. Und dem süßen Herzchen zwischen ihnen.
Ich musste wirklich lächeln und ich habe nicht nur so getan. Ich musste wirklich lächeln.
Mir war so schwindlig und ich hole meine redbull sugarfree raus. 8 Kalorien. Soll ich soll ich nicht?
Aber ich brauche einen Energieschub. Und ohne sie, hätte ich es gar nicht getrunken. Sie hat die Dose einfach aufgemacht. Ich habe das Getränk runtergewürgt. Ich weiß, lächerlich. Aber es wirklich unglaublich schwer für mich diese 8 Kalorien zu trinken.


DANKE

In Liebe, Cassie

Montag, 7. November 2011

Ich stehe am  Bahnsteig. Die Züge rauschen an mir vorbei. Ich kämpfe mit den Tränen.
Wie oft habe ich hier gestanden und dachte an das eine. Einfach nur springen, dann ist es vorbei. Für immer. Die Schmerzen, die Enttäuschungen, der Verlust. Wie oft habe ich versucht mir das Leben zu nehmen. Heute sollte der Tag sein. Ich habe so viel wie möglich gelacht.
Wie oft habe ich mein Spiegelbild, das an den Zügen reflektiert wird,
angestarrt und wäre wegen diesem Anblick zusammengebrochen. Mich am liebsten geschlagen. Wieder ein Zug. Ich denke: Beim nächsten springe ich einfach, denn das Leben ist wertvoll, doch nicht für eine wertlose Person wie mich. Ich nähere mich dem Gleis. Denke an mein Leben. Ich nähere mich dem Gleis, denke an meine Freunde, die ich verloren habe. Nähere mich dem Gleis, denke an die Menschen, die ich zurück lassen werde. Nähere mich dem Gleis, doch jemand tippt mir auf die Schulter.
Und sehe IHN. Ich fange an zu weinen. Ich kann nicht mehr aufhören zu weinen. Er nimmt mich in seine Arme und flüstert mir zu: ALLES WIRD GUT. WIR MÜSSEN KÄMPFEN!
Ich frage ihn, wozu  kämpfen. Er: UM ZU LEBEN, MEINE LIEBE!
Wir steigen in die S-Bahn ein und setzen uns hin. Er hält meine Hand, die meine so schön wärmt. Schüttelt den Kopf und sagt, dass meine Hände eiskalt und blau wären. Und dann fragt mich, was ich heute gegessen habe. Ich wollte darauf antworten. Doch er unterbricht mich und sagt er hätte Lust auf Sushi.  Lächelt mich an. Da er weiß, dass ich Veganerin bin, kauft er Sushi mit Gurken. Ich sage ihm, ich hätte keinen Hunger.
Er sieht mich mit seinen großen, blauen Augen an: Wir WISSEN beide, dass du heute nichts gegessen hast und du brauchst ENERGIE. Außerdem muss ich mich für deine Hilfe revanchieren. Du warst immer für mich da, als es mir schlecht ging. Du warst Nächte lang wegen mir wach. Jetzt bin ich dran. Ich mache einen Bissen. Mir kommen die Tränen hoch und denke daran wann ich sie verbrennen kann. Ballett. Gib ihm einen Kuss auf die Wange und sage ihm, dass ich noch Ballettstunden habe. Er sieht mich mit seinen Augen traurig an. Und wünscht mir viel Kraft. Ich renne raus. Weine und falle. Falle und weine. Dieses wunderschöne, verdammte Leben.

Samstag, 5. November 2011

er kam gestern aus hamburg, um mich zu besuchen. Liam. Wir laufen ein Stueck. Die Sonne strahlt. Die Baeume leuchten gelb und orange. Beobachten wie sie in der Luft schweben. Er nimmt mich in seinen Armen. Es fuehlt sich falsch an. Er hat mich so oft verletzt, so oft. frueher habe ich mich blind mit ihm verstanden. Das tun wir immer noch. Wir bleiben an der Bruecke stehen. Starren auf das Wasser. Er faengt an zu sprechen, es tue ihm leidn wie er mit mir umgegangen ist. Er wollte nur ehrlich sein. Nicht wie die anderen, die einen ins gesicht luegen. Dafuer bin ich ihm dankbar, aber von einer geliebten  Person zu hoeren, das man fett waer. das tut weh. Ich mach ihm keine Vorwuerfe. Das ganze bestaerkt mich nur noch mehr 40kg zu wiegen. Irgenwann. Und dann bin ich...

In Liebe,

Cassie

Montag, 31. Oktober 2011

Gestern kamen N. und L. zum Mathe lernen. Ich glaube, die beiden haben nicht viel gelernt und
fühle mich deswegen voll schlecht. Hoffe sie schreiben die Klausur nicht schlecht, aber es hat einfach mal Spaß gemacht. Ich habe gestern so heftig gelacht. Dabei dachte ich, dass ich das Lachen verlernt hätte. SMILE.
Meine Mutter hat gestern mein Lieblingsessen gemacht. Ich hätte so gerne etwas gegessen, aber ich habe mir vorgenommen zu fasten. Ich habe Wasser getrunken und getrunken. Und bin richtig oft aufgestanden, um durch die Wohnung zu laufen, weil ich mir so faul und widerlich vorkam.

Heute, jetzt habe ich gerade Pause und in einer halben Stunde geht es mit dem Training weiter, gehen meine Freunde sich etwas zu essen kaufen. Die können einfach so viel essen wie sie wollen und bleiben dünn. ußer sie. Sie hat Bulimie. Sie leidet darunter. Sie will bei mir bleiben. Angst vor einem Essanfall. Sie sagt mir, dass sie stolz sei. Sie hat heute nichts gegessen. So blass und zerbrechlich sieht sie aus. Ich habe Angst um sie. Ich gebe ihr etwas zu trinken und zwinge sie einen Apfel zu essen. Ich möchte nicht, dass sie umkippt. Nicht wie letztes Mal. Als ich sie mit blauen Lippen und Händen aufgefunden habe. Sie isst ihn widerwillig. Ihr kommen die Tränen und ich sitze daneben und muss mit meinen Tränen kämpfen. Dieses Gefühl etwas im Magen zu haben. Dieses Gefühl fetter zu werden. Ich verstehe sie zu gut. Ich streichle sie und sage ihr, dass ich stolz auf sie sei. Sie will aufstehen, doch halte sie fest. Sie schreit, sie müsse den Apfel loswerden, da sie davon fett werde. Ich sehe sie verzweifelt an und schüttele den Kopf und sage ihr, dass das nur 65 kcal waren und, dass sie die Energie für das Training bräuchte. Sie fängt an bitterlich zu weinen.

SIE WILL NICHT MEHR!

In Liebe,

Cassie


Samstag, 29. Oktober 2011

Ich danke Laura für meinen zweiten Blogaward.
DAAAAAAAAAAAAAAAAAANKEEEEEEEEEEEEE.

Anscheinend ist mein Blog doch nicht so langweilig.

So jetzt 7 Dinge über mich :

1. Das letzte Mal Schokolade habe ich vor zwei Jahren gegessen

2. Ich bin Veganerin.

3. Tanze für mein Leben gerne Ballett.

4.  Ich habe nie offen über meine Gefühle gesprochen

5. Ich bin wertlos.

6. Ich liebe rote, saftige,  süße Äpfel

7. Das letzte Mal glücklich war ich vor 2 Jahren.


In Liebe, Cassie

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Gestern.

Aufstehen. Waage zeigt 43 an. Sehe auf die Uhr. Renne los. Mir ist schwindlig. Aber ich schaffe es noch rechtzeitig.
2 Stunden Chemie. Mein Lieblingsfach. Danach 3 Freistunden. Die Freistunde war anfangs schrecklich.
Ich habe mich in eine Ecke hingesetzt und war wieder am lernen. Ich wollte für mich sein.
In der Nähe waren E., L. und N. und noch ein komischer Kauz ; )
Auf jeden Fall hatten sie richtig viel Spaß und haben gelacht.
Ich habe verzweifelt versucht mich auf das Lernen zu konzentrieren. Alles um mich herum zu vergessen.
Den Streit mit Liam, Ballett und die verdammte Angst wieder jemanden zu verlieren.
Ich kämpfe mit meinen Tränen. Nelao kommt auf mich zu, setzt sich neben mich und sie fragt wieso ich so traurig aussehe. Ich lächel sie an und sage ihr: Ich HASSE Geschichte....
Sie nimmt mich in die Arme und versuche zu lächeln vergeblich. So anstrengend.
Dann fängt sie an von Diäten zu sprechen und, das sie abnehmen möchte. Ich sage ihr, dass sie schon dünn genug sei und nicht abnehmen brauch... Sie sieht mich an und sagt mich, dass das unfair sei, da ich auf Dauer-Diät bin....

Dann kommt Esther noch dazu. Irgendwann ist Nelao gegangen. Esther und ich haben Deutsch gemacht.
Sie ist kurz weg und ich habe mich dem Lernen wieder gewidmet. Und sie kam mit einem Buch wieder. Und hat sich hingesetzt und gelesen. Diese Nähe war unglaublich schön. Nicht sprechen, sondern einfach, dass sie neben mir saß.

Jetzt ist die Linda an der Reihe. Bio fiel aus und die Freistunde haben wir zusammen verbracht.
Für einen kurzen Moment fand ich das Leben nicht ganz so hoffnungslos...
Irgendwie lebenswert...

Aber im nächsten Moment....

In Liebe,

Cassie

Dienstag, 25. Oktober 2011

Ich muss meinen Kopf frei kriegen. Die Kalorien verbrennen. 120 kcal. Denke an die letzen Tage.
Freitag hatte ich ein Gespräch. Ich wollte mich bedanken und mich entschuldigen. Er meint, ich kann mich dadurch bei ihm bedanken, wenn ich mir Hilfe suchen würde. Für ihn werde ich mich bei einer Beratungsstelle. Diese Prozedere kenne ich durch meine Freunde, also nichts neues. Nur diesmal gehe ich für mich hin bzw für ihn.  Ich gehe einmal hin und dann ist die Sache abgehakt und ich habe einen weiteren Punkt auf meiner To-do-Liste geschafft.
Er wünscht mir ein schönes Wochenende. Ja, ein schönes.... mit Ballett.
Das Training war hart. Wir wollen Ende Dezember den Nussknacker tanzen.
Ich sehe um mich herum die schönen, dünnen Menschen. Ihre Bewegungen anmutig.
Und ich sehe, wie fett ich doch bin. Wir haben Pause. Mina fragt mich, ob ich mit ihnen noch zu McDoof gehe....
Sie können einfach alles essen und zwei Wochen vor der Aufführung halten sie Diät.
Ich würde so gerne mitkommen, aber ich kann nichts essen. Laura nimmt mich an die Hand und zieht mich. Ich sage ihnen, dass ich noch lernen muss, aber das scheint ihnen egal zu sein. Sie bestellen sich Burger, Nuggets etc. und ich bestelle mir eine Cola Light. Wir sitzen hin. Mina sieht mich besorgt an und fragt, ob das alles sei. Und ich sage ihr, dass ich keinen Hunger habe und mir mein Frühstück schwer im Magen liege.
Sie lachen und reden. Ich sitze und versuche zwischendurch zu lachen und irgendeine Frage zu stellen, damit es den Anschein hat, dass ich mich an ihrem Gespräch beteilige. In Wirklichkeit versuche ich mich von meinen Gedanken abzulenken. Auch in der Schule versuche ich mich in der Nähe von Leuten aufzuhalten, weil ich vor mir selber Angst habe. Es klappt. So halb. Nur denke ich, dass ich meine Mitmenschen nerve. Deshalb werde ich ihnen aus dem Weg gehen und versuchen so kalt wie möglich zu sein. Denn ich habe Angst einfach zusammen zu brechen. Ballett und die Streitereien mit Liam machen mich echt fertig. Ich würde gerne jemanden erzählen wie fertig es mich macht. Aber ich kann nicht...

In Liebe,

Cassie