Montag, 12. Dezember 2011

Er ist weg. Und ich bin hier. Für einen kurzen Moment habe ich mich nicht 
ganz so einsam gefühlt. Ich habe angefangen zu existieren. Und jetzt?
Bin ich wieder allein. Ich bin in meinem Zimmer. Versuche mein Referat zu Ende zu bekommen. Mein Magen knurrt. Immer wieder versuche ich den Text zu verstehen
Aber ich kann mich nicht konzentrieren. Ich starre an die Wand. Es klingelt. Komisch, sonst ruft mich doch niemand einfach so an. Ich höre ihre Stimme. Meine Stimme zittert, aber ich versuche glücklich zu klingen. Normal.
Sie redet über ihren Freund, über ihren neuen Klamotten. Es scheint, wie früher. Aber es fehlt was.
Mein Ich. Ich stelle ihr fragen, damit ich nicht selber reden muss. Und so vergeht eine Stunde. Nebenbei mache ich Hausaufgaben und meine Präsentation fertig. Das Telefonat ist zu Ende. Und mich überkommt diese Leere und ich fange an zu weinen. Wieso bin ich so schwach, so wertlos. Ich nehme die Klinge und setzte an.







Cut, Rot, Blut.

Sonntag, 11. Dezember 2011

  1.  Ich habe versagt.
  2. Jeder Tag, erneut eine Qual für mich. Nicht nur wegen meiner Leistung, sondern weil mein 
  3. Selbsthass größer wird.
  4. Ein Freund aus Hamburg war am Wochenende in Paris.Ich habe mich so gefreut. Voller Vorfreude stehe ich am Busbahnhof, um ihn abzuholen. Er steigt aus dem Bus und rennt zu mir. Diese Umarmung. Ein unglaubliches Gefühl. Er holt seinen Koffer. Legen alles im Hotel ab. 
  5. Und gehen zu Weihnachtsmarkrt. Zimt, Vanille, kandierte Äpfel. Einfach himmlich. Er will mir gebrannte Mandel kaufen. Ich versuche ihn abzulenken. Und wir gehen weiter. Er nimmt meine Hand. Seine Wärme. Es ist so schön, ich habe mich lange nicht bei jemanden so gut aufgehoben. Ich will diesen Moment in einen Marmeladenglas einfangen und nie wieder öffnen. Denn ich weiß, dass wenn er geht diese Leere spüren werde. Schlimmer als zuvor. Doch daran will ich nicht denken. Ich will seine Nähe spüren und sein Lachen sehen. Er kauft sich gebrannte Mandel und einen kandierten Apfel. Wir laufen, reden und lachen. 
  6. Er isst seinen kandierten Apfel. Und ich trinke meinen Kaffee. Schwarz. Er bittet mir Mandeln an, doch ich nehme sie nicht an. Er sieht mich traurig an und zieht mich zu McDonalds. Er sieht mich an, und sagt mir ich müsse was essen. Ich nehme einen Gartensalat. Er zeiht eine Augenbraue hoch und ich sage ihm, dass ich Veganerin bin. Dann bestellt er zusätzlich zu seinem Menü Pommes und eine Fruchttüte für michIch esse langsam den Salat und dann die Früchte. Nicht die Trauben.
  7.  Er drückt mir die Pommes in die Hand. Traurig isst er selber. Bis ich mir sage, dass ich diesen Tag nicht verderben will, wahrscheinlich sehe ich erst in einem halben Jahr. Ich habe ihm die Pommes weggenommen. Zum Glück sind nur 5 noch übrig. Er fängt an zu lachen. Und ich esse zwei, den Rest lasse ich verschwinden. Danach setzten wir uns ans Wasser und wärmen uns auf. Er sagt mir, dass ich einer seiner wichtigsten Menschen in seinem Leben bin. Ich fange an zu weinen. Diese Worte bedeuten mir unglaublich viel. Besonders jetzt. Und jetzt ist er weg. In Hamburg. Und ich bin hier. Alleine in Paris.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Nikolaus war total toll. Erstmal waren mein Stiefel randvoll mit Gutscheinen, gerbrante-Mandel-tee, Spekulatius-tee, Karamelltee, Vanilletee, Cashewnüsse, Paranüsse, 2 rote, saftige Äpfel und
eine Mango. In der schule habe ich von Hannah einen Riesenplätzchen bekomen, von Laura gebrannte Mandel 
und von Linda eine Orange, die ich gestern mit Freude gegessen habe. 50 kcal. Sie war süß und fruchtig.
Und ich habe bisschen von den Plätzchen probiert. Danach hatte ich so ein schlechtes Gewissen, dass ich 1 Stunde joggen war und Gymnastik gemacht habe.Es fühlt sich so schlimm an zu zunehmen.
Nichts mehr unter Kontrolle zu haben. Ich will wieder abnehmen. Ich möchte wieder 7 Tage nichts essen.
Ich lerne und warte auf die U-Bahn, er sieht mich und kommt zu mir, dann sieht er mich an und sagt mir, ich hätte kras zugenommen. Ich weiß ich bin fett. Aber diese Worte waren so schmerzhaft...




Sonntag, 27. November 2011

Ich sitze alleine. Tanja fragt mich, ob ich mit ihnen in der Pause essen gehe.
Sehe hoch. Ich habe nicht mal Kraft zu sprechen. Ich kann nicht meinen Kopf bewegen.
Sie sieht mich besorgt an, gibt mir einen Kuss auf die Wange. Sagt sie würden sich freuen. Ich
bringe nur schwer und leise "sie" raus. Sie zeigt auf die Anderen, die mich anstrahlen.
Ich sage ihr, ich müsse lernen und dass sie ohne mich gehen sollten. Sie rufen, ich soll nachkommen wenn ich fertig bin. Ich lächel sie an. Sie gehen. Mark kommt auf mich zu. Setzt sich neben mich. Nimmt mich
in seine Arme und haucht mir zu: Cassie, du bist so zerbechlich so dürr geworden.
Ich mache mir Sorgen. WIR machen uns sorgen. Ich lächel ihn an und sage ihm, dass es mir gut gehe.
Er: Wieso bist du so dürr geworden?
Ich: Ich hatte Stress wegen den Klausuren, Ballett und wegen den Vorbereitungskurse.
Er: Cassie, du musst essen. Ich habe dich solange nicht mehr essen sehen. Ist es wieder so schlimm, wie vor 2
       Jahren?
Ich: Wie meinst du das?
Er:   Als Sophie starb, hast du extrem abgenommen. Du hast kaum gegessen... Und jetzt? Ich glaube du
        verdrängst Iza's Tod.
Ich:  Das stimmt nicht, mir geht es gut. Bitte glaub mir.
Er :  Ich wünschte ich könnte das. Ich wünschte. Aber du siehst so traurig, so kaputt aus. Cassie,
       weißt du eigentlich wie viel du mir bedeutest? Unglaublich viel. Ich lieb dich einfach. Ich könnte nicht
       ohne dich...
Ich will aufstehen. Mir wird schwarz vor Augen. Er stützt mich. Er ist so liebenswert.

Es tut mir Leid für das was ich bin.
Es tut mir so Leid.


DANKE, dass es dich gibt. Diese Worte von Mark, dass er mich lieb hat. Diese Worte habe ich solange nicht gehört. Natürlich sagt man, wenn man chattet, telefoniert oder wenn man sich verabschiedet diese Worte. Aber ich habe diese Worte lange nicht mehr in einem Gespräch gehört.




Donnerstag, 24. November 2011

ich hatte gestern abend noch ballett.
Es war hart, mir war schwarz vor Augen. Aber ich tanzte um
Mein Leben. Von Tag zu Tag geht es mir schlechter. Von Tag zu Tag werde ich fetter. Ich breche zusammen. Mir tut alles weh. Mein Lehrer sagt mir, ich solle mich zusammenreissen. aber es ging nicht. Ich kann nicht mehr. Ich bin so kurz davor, dem ein Ende zu setzen. Er ruft den Krankenwagen an. Ich habe ihn noch nie so besorgt gesehen. ich versuche mich aufzurappeln, aber meine Beine koennen mich nicht tragen.


Starre mein brokolli an
Gehnemige mir einen Bissen
Traenen verirren sich
Stehe auf und renne
Schliesse die Tuer ab.
Sehe das Maedchen.
Bitterlich am weinen.
So verletzlich, so kaputt.
Sie gleitet mit ihren zarten Haenden
Ueber ihre Hueftknochen,
Ueber ihre Rippen.
So zerbrechlich, so duerr
Ich will ihr naeher kommen,
sie troesten.
Ich will ihr meine Hand reichen
Kaelte.
Der Spiegel zwischen ihr und mir.

Mittwoch, 23. November 2011

Ich versuche zu Leben. Schritt für Schritt.
Ich versuche abzunehmen. Schritt für Schritt.
Ich versuche mich systematisch zu zerstören. Schritt für Schritt.

In der Freistunde kam E. zu mir. Ich erinnere mich an früher. Wie sie mir gezeigt haben, dass Ritzen
hilft. Sie haben aufgehört. Wollten nur Aufmerksamkeit. Und ich? Ich kann nicht aufhören. Mit dem Ritzen und dem Hungern. A. sagte mir immer, sie wolle abnehmen. Ich sage ihr immer wieder, sie bräuchte nicht abzunehmen. Und was mich aufregt.... Sie tut, als hätte sie eine Essstörung und isst wenn sie nicht in der Schule
ist. Ich mache ihr keine Vorwürfe. Manchmal wünschte ich, ich könnte essen. Einfach so. Aber wenn, dann
würde ich dick werden, fett werden, mein Selbsthass würde größer werden.
Ich bin tiefer denn je. Ja, ich sehe glücklich aus. Äußerlich. Maxi, sagt mir, dass mich lange nicht mehr so
glücklich gesehen habe. Ich strahle sie an. Sage ihr, es gehe mir gut und ich gehe auf Toilette. Je mehr ich lache und strahle, desto schlechter geht es mir. Auf der Toilette hole ich den Cutter raus. Cut.

Samstag, 19. November 2011

Ich sitze. Starre mein Brokkoli an. Mir wird übel. In den letzen Tagen musste ich regelmässiger essen. Meine Mutter achtet extrem darauf. Ich muss abends mit meinen Eltern essen. So eine angespannte Situation. Wie mich meine anstarrt. Doch sie wirkt erleichtert, wenn ich kaue und runterschlucke und sie anlächle. Doch  von Ma(h)l zu M(a)hl wird es schwiereger. Von Ma(h)l zu Ma(h)l wird mein Selbsthass größer. Von Ma(h)l zu Ma(h)l stehe ich dem Selbstmord näher. Ich kann nicht mehr. Schon zu lange habe ich das Leben eine Chance gegeben, um verletzt zu werden, um enttäuscht zu werden.
Kann das nicht aufhören. Am liebsten würde ich schreien, wie scheiße es mir geht, stattdessen schlucke
ich meine Gefühle runter. 

Ich möchte kleinere Zahlen auf der Waage sehen. Kleinere Zahlen auf dem Maßband.